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Pressestimmen 2002/2003

Gestern Abend, wie immer zum Jahreswechsel, aber noch besser als sonst: Beethovens Neunte im ausverkauften Gewandhaus:

Beethoven, wie er aufschäumt aufrüttelt, berührt

Wer große Fragen hat, braucht große Antworten. Die können mitunter reichlich komplex beziehungsweise imposant ausfallen, und so bedarf es der Wiederholung. Beethovens Neunte ist eine große Antwort und ohne Zweifel ein Schlüsselwerk der Musikgeschichte. Nicht nur wegen seiner vollendeten Töne, sondern auch angesichts seiner Massenwirkung.  [...] Ein Jahreswechsel in Leipzig ohne die Neunte im Gewandhaus ist undenkbar.
[...] Blomstedt zeigt  beim Traditionskonzert glanzvoll einen geschlossenen Beethoven, wie er aufrüttelt, aufschäumt und berührt.
Schon der Eingangssatz ist eine Wonne. Spannungsgeladen werfen sich Streicher ihre kargen Fetzen zu, die Durchführung knistert vor Feuer [...] So ist der Weg geebnet für einen prunkvollen Schluss, wo Blomstedt dem Affen richtig Zucker gibt, ohne klare Sicht und Linie zu vergessen. Die Solisten Sylvia Greenberg, Iris Vermillion, Christian Elsner und Carsten Stabell erfüllen ihre Aufgaben mehr als ordentlich. Und die gesammelten Chöre von Gewandhaus und MDR singen die bestialischen Partien, dass manche Tonträger-Konkurrenz rot anlaufen müsste. Aber das ist nichts wirklich Neues, schließlich leistet Chor-Chef Morten Schuldt-Jensen schon das ganze Jahr über exquisite Arbeit [...] Die Gewandhäusler präsentieren sich zum Jahreswechsel in Hochform. Ein großer Wurf! 

(Friedrich Pohl, LVZ vom 30. Dezember 2002)

 

 

Johannes Brahms, Gesang der Parzen op. 89 - Nänie op. 82 - Schicksalslied op. 54

Es könnte sogar eine Geld-zurück-Garantie eingeführt werden, für den Fall, dass man das Programm anderswo besser hört.
Sich gegen den sirenenhaften Gesang der beiden Chöre zu behaupten, gelang [dem Gewandhausorchester] im Verlauf nicht immer. Von seinem angestammten Platz in Reihe acht verfolgte Schuldt-Jensen seine hervorragend aufgelegten Sänger und Sängerinnen. [...] Ein donnernder Befreiungsschlag, die Sänger stießen abgehackt die Silben heraus. Dramatik pur.

(Steffen Lehmann, Leipzig Almanach, September 2002)

 

 

Johannes Brahms, Gesang der Parzen op. 89 - Nänie op. 82 - Schicksalslied op. 54

Chordirektor Morten Schuldt-Jensen, der bei der Einstudierung Gewandhauschor und -Kammerchor zu beinahe makelloser Homogenität geformt hat, bietet seinem Chef alles an, was der zur Dramatik braucht.[...]. Da lebt jeder Ton, atmet jede Pause, glüht jeder melodische Bogen, spricht jeder Rhythmus.  Da bleibt keine Phrase ohne Bedeutung - und schließlich kein Herz im Publikum unberührt.

(Peter Korfmacher, LVZ vom 14. September 2002)

 
 

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