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Pressestimmen 2009/2010

Lange Nacht zu Bachs 325. Geburtstag

Am Sonntag feierte die ganze Klassikwelt den 325. Geburtstag Johann Sebastian Bachs. Logisch, dass man da in Leipzig nicht einfach nur ein kleines Konzert gibt, sondern den größten aller Thomaskantoren mit einer langen Musiknacht ehrt. Der große Gewandhaussaal ist gut besucht aus diesem Anlass. [...]


Großen Beifall erntet der Flötist Mathias Kiesling, der in der so überaus populären Badinerie in Bachs zweiter Orchestersuite h-moll BWV 1067, mit locker-leichtfüßigem, nicht zu dick aufgetragenem Ton glänzt. Die Musiker zeigen sich spielfreudig und motiviert [...]
Mit Buxtehudes Choralfantasie "Nun freut euch, lieben Christen g'mein zeigt [Gewandhausorganist Michael Schönheit] , dass Orgelkunst nicht nur wuchtig und pathetisch, sondern auch zart und lieblich sein kann, bekommt berechtigte Bravorufe für seinen sensiblen Vortrag. Nur wenige Schwachstellen lassen sich ausmachen an diesem langen Abend, die kleinen Patzer in den Trompeten in Bachs Kantate „Erschallet ihr Lieder, erklinget ihr Saiten" BWV 172 fängt Gewandhauschordirigent Gregor Meyer gekonnt ab. Dirk Schmidt (Bass) meistert, in seinem Rezitativ selbst die extremsten Tiefen. Cellistin Bettina Messerschmidt leitet die Arie der „Seele" mit einer weichen, Solopassage ein. Altus David Erler setzt mit seinem klaren, unangestrengten Gesang einen Kontrapunkt gegen den opernhaften Ausdruck von Sopranistin Gudrun Sidonie Otto. Spannend ist Schütz' „Lobe den Hernn, meine Seele" SWV 39 gestaltet: Die Sänger wandern von der Saalempore ins Parkett und vor der Bühne, verfolgt von neugierigen Blicken der Zuschauer. Tenor Tobias Hunger singt glasklare, saubere Koloraturen, schlägt einen wunderbar tragischen Ton an.

Auch der Gewandhauschor ist gut aufgelegt, überzeugt vor allem in Bachs Kantate „Lobe den Herren, den mächtigen König, der Ehren" BWV 137. Sehr langer Applaus und stehende Ovationen im gesamten
Saal für ein solide aufgestelltes Ensemble mit Durchhaltevermögen.

(Maren Winterfeld, LVZ vom 23.03.2010)

 


Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie

[...] Die zu eindrucksvoller Kampfstärke vereinigten Chöre der Oper (Einstudierung: Sören Eckhoff) und des Gewandhauses (Gregor Meyer präparierte die Großen und Frank-Steffen Elster den Kinderchor) nehmen die Erleichterungen [...] auf, die Chailly ihnen damit verschafft, dass er Beethovens forsche Tempi beim Wort nimmt. Da bleibt selbst im exaltierten Getümmel noch Raum für Gestaltung und für Artikulation. Und der Glanz der jungen Stimmen hält auch die Zumutungen im ewigen Schnee frisch und in Form, denen sich die Sopranistinnen fortwährend gegenüber sehen. Verdienter Jubel für alle Beteiligten - besonders für die Chöre.

(Peter Korfmacher, LVZ vom 31. Dezember 2009)

 


Arthur Honegger, „Le Roi David"

[...] Der Gewandhauschor überzeugt durchgehend. Die Sänger jauchzen neobarocken Kanon, beschwören orientalisierende Ornamentik und weben impressionistische Klangteppiche. Meyer fordert verschiedenste Klänge auf den Punkt genau und bekommt sie auch.

(Benedikt Leßmann, LVZ vom 9. November 2009)

 
 

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