Pressestimmen Kinderchor 2002/2003
Kalif Storch & Co. (21. Juni 2003)
Es herrschte buntes Durcheinander auf der Gewandhausbühne am vergangenen Sonnabend. Als eigentlich schon die Ouvertüre erklingen sollte, schieben die Pianisten noch ihre Flügel, der Chorleiter erscheint verspätet, der Hauptakteur verschläft einen Vokalpart, worauf ihn Frank-Steffen Elster mit deutlichem Räuspern aufmerksam machen muss
Währenddessen spielt sich wohl einer der ungeheuerlichsten Politplots in der Geschichte des Musentempels ab: Durch die magische List eines missgünstigen Rivalen wird der Kalif von Bagdad in einen Storch verwandelt.
Aus diesem Märchenvorgang, der bekanntlich der Feder Hauffs entstammt, schuf Komponist Gabriel Josef Rheinberger ein Singspiel für junge als auch ältere Zuhörer. Diese werden denn auch beglückt mit einer höchst professionell-humorvollen Inszenierung des Gewandhaus-Kinderchores. Vor allem Maximilian Klas als Kalif und Wiebke Birr als Prinzessin Lusa glänzen mit glockenhell klaren Stimmen [
...], wohingegen Luise Wachenschwanz in der Ausgestaltung ihrer Rolle als Zauberer Kaschnur schwelgt.
Die beachtlich synchron ausgeführten Chor- und Solistücke werden einfühlsam von Ekkehard Meister am Klavier begleitet. Dazu gibts wohlplatzierte Percussion-Einwürfe von Peter A. Bauer und ein technisch versiertes Zwischenspiel unter Mitwirkung von Pianist Markus Zugehör stimmungsvolle Vervollkommnung. So ist denn auch der Applaus des vielköpfigen Publikums durchaus angebracht. Er gilt wohl vor allem auch der Regie von Philipp J. Neumann.
(Sabine Koch, LVZ vom 23. Juni 2003)
Weihnachtskonzerte mit dem GewandhausKinderchor und den Nürnberger Symphonikern am 14. und 15. Dezember 2002 in der Meistersingerhalle in Nürnberg
Pauken, Trompeten
Das Weihnachtskonzert der Nürnberger Symphoniker
[
...] Benjamin Brittens A Ceremony of Carols op. 28, die das Konzert eröffnete, wurde wörtlich genommen: An deren Anfang steht die Procession. Beim Alleluia-Gesang hatte der Chor nach dem Gang durchs Publikum seine Aufstellung auf dem Podium gefunden. [
...] Der Zyklus der weihnachtlichen Lobgesänge nach altenglischen Texten ist mitten im Krieg entstanden, 1942 bei der gefahrvollen Überfahrt von Amerika nach England. Und es scheint, als ob die taumelnd bewegte See den Rhythmus angäbe, das Schwebende, dem Boden Entrückte. Dieser Eindruck setzt sich fort in den deutschen Weihnachtsliedern, bei denen der GewandhausKinderchor die vielen Nuancen seiner Ensemblekunst aussingen konnte.
[
...] dieses abgehobene, schwingende, erzählende Singen [
...] hatte seinen eigenen Reiz [...
] nach einem weiteren Ausflug ins Angelsächsische (Weihnachtsliedersuite von Michael Bojesen) schloss ein ungewöhnliches O du fröhliche mit Pauken und Trompeten, weitab von jeder Weihnachtssentimentalität, das Konzert ab.
(B. Breithaupt, Nürnberger Zeitung vom 16. Dezember 2002)
Weihnachtliches mit glockenreinen Stimmen
Leipziger GewandhausKinderchor zu Gast bei Nürnberger Symphonikern
Weihnachtskonzerte überschwemmen geradezu das Land. Viele ergeben sich hemmungslos der Rührseligkeit, nur wenige davon sind geeignet, den liturgischen Festansprüchen zu genügen. Dabei mag die Heimeligkeit nach deutscher Sitte ihr Recht behalten, aber der Kern der Botschaft von Bethlehem sollte immer erkennbar sein.
Dieser Gefahr der Abnützung unterlagen die Nürnberger Symphoniker in ihrem Weihnachtskonzert in der Meistersingerhalle kaum. In drei Veranstaltungen mit demselben Programm sorgte der GewandhausKinderchor unter seinem jungen Dirigenten Frank-Steffen Elster für eine Neubelebung der erstarrten Formen. Das begann schon mit einem Einzugsritual, bei welchem sich die jungen Sänger feierlich von hinten durch das Publikum zur Bühne bewegten und die Ceremony of Carols (op.28) von Benjamin Britten intonierten.
Die Leipziger Sänger erwiesen mit ihren glockenreinen und schwebenden Stimmen dieser Laudatio ihre Referenz [sic!]. [
...] Nach Britten fügten sich [...
] Weisen [...
] an, die mit deutlicher Kultiviertheit und faszinierender Sopranglut vorgetragen wurden. [...
]
Die Leipziger Kinder, deren Chor seit 1973 besteht, sangen sich ins Herz der Zuhörer.
(Bruno Neumann, Der Neue Tag, Nürnberg vom 17. Dezember 2002)
Volkslieder und Choräle
Fest-Konzert der Symphoniker
Mit ihrem traditionellen Weihnachtskonzert schaffen die Nürnberger Symphoniker jedes Mal den Besucherrekord von drei Aufführungen in der Meistersingerhalle. Ein Programm mit festlicher Musica sacra und ein prominenter Kinderchor sind eben immer wieder attraktiv für rund 6000 Zuhörer. Diesmal wurde der jüngste Nachwuchs aus dem Leipziger Gewandhaus begeistert gefeiert.
[...
] Für Kontrast sorgten altböhmische Weisen, die wieder eine eigene Note in die Vielfalt des Programms brachten, das der junge Dirigent Frank-Steffen Elster einfühlsam realisierte. [
...]
(Fritz Schleicher, Nürnberger Nachrichten vom 16. Dezember 2002)

